@rstockm Bibliotheken sollten per Definition DIE öffentliche Infrastruktur für den Zugang zum Wissen der Menschheit schlechthin sein. Bibliotheken hätten vor 20 Jahren die Rolle übernehmen müssen, die Google seitdem als privatwirtschaftlicher und damit profitorientierter Akteur inne hat.

Die Wahl von Open Source Social Media scheint ein Zeichen zu sein, dass sich langsam etwas bewegt. Dranbleiben! :)

@rstockm Es ist eine Schmach, dass in vielen Fachbereichen für Wissenschaftler_innen die erste Anlaufstelle für die Fachrecherche Google Scholar ist.

Forschungsliteratur wird zum größten Teil aus öffentlichen Mitteln generiert, dann aber privatwirtschaftlich lizensiert und anschließend auch noch privatwirtschaftlich indiziert. Das ist skandalös und hochgradig undemokratisch.

#Bibliothekarinnen aller Länder, vereinigt euch!

@attac_hl @megfault @rstockm Ich würde SciHub empfehlen, darf das aus Copyrightgründen aber nicht. Haltet euch von diesem bösen Ort fern!

@attac_hl @rstockm Hej Attac, das ist im Kern auch eine Frage des Geldes, aber das wisst ihr ja eh. Bibliotheken bestimmen nicht über ihre Finanzierung, können kein Risikokapital einsammeln und keine Milliardeneinnahmen mit Werbung scheffeln. Bewusst in Kauf genommene Urheberrechtsverletzungen, wie bei Google Books oder Youtube sind ihnen auch nicht möglich. Konkurrenten schlucken / platt machen, können wir auch nicht. Wie also mit Firmen wie Google und Facebook mithalten? Vorschläge eurerseits?

@stefan @rstockm Wir sehen auch nicht die primäre Bringschuld bei den Bibliotheken. So sollte das nun gar nicht rüberkommen.

Eine Chance: Bibliotheken sind ja wirklich ausschließlich für ihre Nutzer_innen da. Keine Aktionäre, die Gewinne sehen wollen. Und ein Stück weit auch kein marktwirtschaftlicher Konkurrenzdruck. Das macht sie seriös und vertrauenswürdig, was im Internet heutzutage echt ein rares Gut ist.

@stefan @rstockm Urheberrecht ist aber natürlich ein wichtiger Punkt. Gerade im Zusammenhang mit der aktuellen Urheberrechtsreform. Der Geist der Zeit ist remix culture. Aber gerade dann sollten Bibliotheken an vorderster Front für Creative Commons und Freie Software kämpfen. Dazu gehört auch sowas wie publiccode.eu/de/. Oder regionale Allianzen mit Kunst- und Musikschaffenden, mit Maker- bzw. Hackerspaces, mit Repair Cafés mit sowas wie @Digitalcourage oder Do-FOSS.

@stefan @rstockm Einfach YouTube kopieren schaffen Bibliotheken heute vielleicht noch nicht. Aber vielleicht könnte man sowas wie media.ccc.de für lokale Vereine oder für Wissenschaftler_innen zur Verfügung stellen. Also eine kuratierte Video-Plattform und das Know-How, wie man qualitativ hochwertig Aufnahmen (von Vorträgen usw.) macht. Das müssten Bibliotheken ja auch nicht ganz alleine auf die Beine stellen. Man könnte mit lokalen Hacker-Vereinen, Offenen Kanälen usw. zusammenarbeiten.

@stefan @rstockm Universitäten und Lehrstühle haben oft YouTube-Kanäle. Die könnten stattdessen dann auf so einer Plattform gehostet sein.

Oder wir als Attac Lübeck haben Videoaufnahmen von Vortragsveranstaltungen, die wir organisieren. Momentan laden wir die auf YouTube und peertube.social hoch. Aber es wäre total cool, wenn die lokale Unibib oder Stadtbib eine Plattform hätte, auf die wir das stellen könnten.

Ein Uni-Chor oder -Orchester hätte dafür vermutlich auch Verwendung.

@katrinleinweber Ah, gut dass das hier nochmal auftaucht. Wir hatten schon an anderer Stelle mal angefragt, ob das AV-Portal frei lizensiert ist. Wenn nein, wieso nicht? Wenn ja, wo ist der Code?

@attac_hl Ging "an anderer Stelle mal angefragt" an die auf av.tib.eu links unten genannten Kontaktdaten? Dort geht es an diejenigen, die offiziell antworten können. Ich weiß leider nicht mehr als "ist in Arbeit".

@katrinleinweber Ja, das war gestern in einem anderen Gespräch hier auf Masto. Aber okay, Mail an die TIB ist raus. :)

@katrinleinweber So, die Info ist jetzt da: "Derzeit arbeiten wir aber daran, das Portal Stück für Stück auf frei lizensierte Software umzustellen." Momentan enthalte es aber wohl noch proprietäre Teile, unter anderem von Yovisto, siehe auch: tib.eu/de/forschung-entwicklun

@katrinleinweber Ich finde es immer wieder ernüchternd, wie bedenkenlos Universitäten und andere öffentliche Einrichtungen ihre Produktivkraft mit solchen Aktionen selbst einschränken. Warum nicht mit der Open-Source-Community kollaborieren statt mit irgendwelchen kommerziellen Anbietern, die auf proprietären Lizenzen bestehen? Man kann ja mit kommerziellen Anbietern zusammenarbeiten, aber warum besteht man dann nicht auf freien Lizenzen? publiccode.eu/de/

@attac_hl Das sehe ich genauso, habe aber auf die Frage auch noch keine schlüssige Antwort (bekommen).

Vermutlich wird "Funktionalität bekommen" stärker gewichtet als der Code & dessen Lizenz dahinter?

@attac_hl gab schon nen grund, warum da ein "vielleicht" in dem satz drin war ;)
man sollte LT schon zugute halten, dass sie unter CC-BY produzieren und sich an forschungseinrichtungen mit nem entsprechenden etat richten und daraus ein kleines kontingent and kostenlosen shootings querfinanzieren. dass ne professionelle dienstleistung mit professioneller ausrüstung halt irgendwie auch geld kostet, find ich in sich erstmal nicht verwerflich.

@krugar Dinge kosten Geld, so viel ist klar. Das könnte man aber alles auch als gGmbH oder als Verein machen, oder nicht? Und man könnte den Quellcode der Videoplattform unter freier Lizenz veröffentlichen, oder nicht?

@attac_hl ja, absolut :) aber da hält dich doch auch niemand von ab, oder?

@krugar Zumindest lässt mich das ein Stück weit zögern, lt.org irgendjemandem zu empfehlen. Um mehr ging es mir mit dem Einwand gerade auch nicht.

@attac_hl @rstockm Ich komme aus einer wissenschaftlichen Bibliothek, wir haben mit Youtube Inhalten nur eine kleine Schnittmenge, es gibt aber ein AV-Portal bei der TIB und öffentliche Bibliotheken, können gerne auch Schminktips, Urlaubsvideos, usw. verbreiten. Unsere Zielgruppe wäre nicht einverstanden, wenn wir uns darum kümmern würden.

@stefan @rstockm Klar, in einer explizit wissenschaftlichen Bibliothek wäre der Fokus einer Videoplattform darauf, Wissenschaftler_innen dabei zu unterstützen, ihre Forschungsinhalte in Videoform zu bringen. Das fängt an bei der Aufzeichnung von Konferenzbeiträgen und geht bis hin zu public outreach.

@attac_hl @rstockm @Digitalcourage
sorry, dass ich erst jetzt antworte. War die letzten Tage zu beschäftigt für tweets und toots. Das mit dem publiccode usw. ist alles richtig und unterstützenswert und da sind viele von uns auch mit im Boot. Ich drehe den Spieß mal um und bitte euch bei attac, die Bibliotheken mehr in den Blick zu nehmen. Bei den bisherigen Beiträgen habe ich das Gefühl, ihr seht gar nicht, was wir schon alles leisten, gerade mit Blick auf Lobbyarbeit zum UrHG und Open Access.

@attac_hl @rstockm das "nicht-kommerzielle" Element halte ich auch für sehr wichtig und im Grunde ist das vermutlich ein wesentlicher Grund, warum es Bibliotheken über die Zeiten hinweg so lange gibt. Fehlende eigene Einnahmen bedeuten für die Finanzierung Abhängigkeit von Zuwendungen (letztlich von der Politik). Heute wird eher startups das Potential zur Innovation zugestanden. Nur, auch wir brauchen gute Bedingungen, etc. um kompetente Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten.

@rstockm ..bliebe die Frage, ist das eine gute oder schlechte Sache ;) ?

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